Gebirgsjäger Schneeleopard

Katzenliebhaber finden außerhalb des heimischen Wohnzimmers, genau genommen im Hochgebirge, auch eine Raubkatze der etwas größeren Art vor: Die Rede ist vom Schneeleopard.

Was den Schneeleoparden von anderen Großkatzen unterscheidet

Wie der Name bereits vermuten lässt, ähnelt er äußerlich einem Leopard, unterscheidet sich jedoch optisch in wesentlichen Merkmalen von ihm. Angepasst an die kalten Temperaturen im Hochgebirge ist er mit einem längeren und in kalten Jahreszeiten dickeren Fell ausgestattet. Sein graues und beflecktes Fell stellt innerhalb einer Felsenlandschaft eine gute Tarnung dar.

Ein markantes Erkennungszeichen ist zudem sein Schwanz, der sich ähnlich wie die im Vergleich kurze Schnauze von anderen Großkatzen abhebt. Sein Schwanz hat insgesamt eine Länge von 85 bis 110cm, die sich nicht wesentlich von seiner gesamten Körperlänge (95 – 120cm) unterscheidet. Die Funktion des Schwanzes liegt darin, ihm bei Ruhephasen vor Kälte zu schützen, indem er sich darin einrollt. Das Höchstalter des Schneeleopards liegt bei insgesamt 15 Jahren.

Wo lebt der Schneeleopard?

Das Höchstalter des Schneeleopards liegt bei insgesamt 15 Jahren.

Das Höchstalter des Schneeleopards liegt bei insgesamt 15 Jahren.

Der Schneeleopard hat seinen Lebensraum in den Hochgebirgen dieser Welt, zu denen unter anderem das Himalajagebirge, aber auch der Pamir und Hindukusch zählen. Auch in schwierigen, steilen Geländeebenen kann er sich sicher bewegen. Besonders zugute kommen ihm hierbei seine Fähigkeiten, wie eine gute Sprungfähigkeit die ebenfalls durch seinen Schwanz begünstigt wird. Als Unterschlupf dienen dem Schneeleopard diverse Felsenhöhlen.

Jedoch wechselt er sein Lebensgebiet nach einem gewissen Zeitraum um etwa einer Woche, um in einem anderen Teil seines markierten Reviers zu wechseln. Als Einzelgänger meidet er den Kontakt zu anderen Artgenossen, mit denen er sich nur im Zeitraum vom Januar bis März, in der Paarungszeit, zusammentut.

Jäger und Gejagter

Auf der einen Seite sind die Schneeleoparden begnadete Jäger, die selbst Tiere erbeuten, die ihnen im Körpergewicht überlegen sind. Neben kleineren Tieren, wie beispielsweise Schneehühner oder Pfeifhasen, gehören somit auch Steinböcke und Blauschafe zu den Hauptbeutetieren.

Auf der anderen Seite ist der Schneeleopard leider aber auch selber ein Ziel von Jägern geworden. Diesen „menschlichen“ Jägern geht es hierbei in erster Linie um das Fell des Schneeleopards. Diese Art der Jagd ist zwar rechtlich verboten, jedoch dennoch besonders gewinnbringend. Doch dies ist bisweilen nicht der einzige Faktor, der dafür verantwortlich ist, dass die Bestände in seinem Verbreitungsgebiet auf ein besorgniserregendes Maß sinken.

Wilderei, die Ausdehnung von Weideflächen, der Schutz der Herden und vor allem die Jagd auf seine Beutetiere sind die maßgeblichen Gründe, die den Schneeleoparden in seinem Bestand gefährden. Zum Schutz der Tiere fordern diverse Schutzorganisationen eine intensivere Kooperation und grenzüberschreitende Maßnahmen.

Als problematisch ergeben sich auch die Populationen in Krisengebieten wie beispielsweise Afghanistan, worüber es kaum aktuelles Zahlenmaterial gibt, man jedoch sicher sein kann, dass auch der Schneeleopard ein Opfer der kriegerischen Auseinandersetzungen ist und war.

Steckbrief Schneeleopard

Steckbrief Schneeleopard
Art Schneeleopard bzw Irbis (Panthera uncia)
Familie Katzen
Gattung Eigentliche Großkatzen, Unterfamilie Großkatzen
Ordnung Raubtiere
Äußere Merkmale:Fell Der Schneeleopard hat wie alle Leoparden ein geflecktes Fell. Um seine Tarnung optimal an seine Umgebung anzupassen, wechselt er zweimal im Jahr sein Fell. Im Winter zeigt es eine weiße bis weißgraue Färbung mit schwarzen Punkten und Ringen, auch ist es in dieser Jahreszeit besonders lang und dicht. Im Schnee sind die Tiere kaum zu sehen und bekamen in ihrer Heimat deshalb den Beinamen “Phantome der Berge“. Im Sommer ist das Fell etwas dunkler und bräunlicher. Durch das dichte Fell wirkt der Schneeleopard relativ stämmig, er ist jedoch kleiner und leichter als sein afrikanischer Verwandter.
Äußere Merkmale:Größe Er hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 80 bis 130cm, sein Schwanz misst noch einmal 80 bis 100cm. Die Pfoten sind relativ groß und auch an der Sohle mit dichtem Fell bedeckt, sodass sie gegen die Kälte geschützt sind und außerdem nicht so leicht in den Schnee einsinken.
Nahrung Der Schneeleopard macht vor allem Jagd auf Huftiere, die dreimal so viel wiegen können wie er selbst. Seine bevorzugte Beute sind je nach Region Blauschafe, Steinböcke oder Schraubenziegen.
Fortpflanzung Schneeleoparden sind Einzelgänger, die nur während der Paarungszeit zwischen Januar und März aufeinandertreffen. Alle zwei Jahre bringen die Weibchen einen Wurf mit zwei bis drei Jungen auf die Welt, die 18 bis 22 Monate bei ihrer Mutter bleiben.
Lebenserwartung Schneeleoparden haben in Gefangenschaft eine durchschnittliche Lebenserwartung von 14 Jahren, die sie aber oft weit überschreiten. Ihre Lebensdauer in Freiheit ist jedoch noch nicht erforscht. Ihr größter natürlicher Feind ist der Wolf.
Verbreitungsgebiet Der Schneeleopard ist in den Hochgebirgen Zentralasiens beheimatet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Baikalsee und dem Altaigebirge im Norden bis zum Himalaya im Süden und vom Hindukusch und Pamir im Westen bis nach Tibet im Osten. Der größte Teil seines Verbreitungsgebietes liegt in China und Tibet.
Lebensraum Schneeleoparden kommen im Sommer bis in eine Höhe von 6000 Metern vor, im Winter wandern sie bis auf eine Höhe von 2000 Metern herunter. Die von ihnen bewohnte Landschaft ist von lichtem Nadelwald, steilem Fels und Gebirgssteppen geprägt.
Bestand Schätzungen zufolge gibt es noch 4000 bis 7000 frei lebende Exemplare auf einer Fläche von 1,8 Millionen km², Tendenz abnehmend. Von der Weltnaturschutzunion IUCN wird der Schneeleopard deshalb als “stark gefährdet” eingeordnet. Wichtige Arbeit für das Überleben des Schneeleopard leisten Zoologische Gärten, wo weltweit knapp 600 Tiere gehalten werden, die regelmäßig Nachwuchs hervorbringen.
Feinde Der Schneeleopard ist die am stärksten bedrohte Großkatze der Welt. Sein schönes Fell macht ihn zu einem begehrten Fang für Wilderer, zugleich wird ihm sein Lebensraum vom Menschen als Weideplatz für das Vieh streitig gemacht. Ein weiteres Problem stellt der Klimawandel dar, der seinen Lebensraum zusätzlich schrumpfen lässt.
Besonderheiten Im Gegensatz zu anderen Großkatzen brüllen Schneeleoparden nicht. Sie fressen nicht im Liegen, sondern im Hocken.

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